Die ganze Wahrheit

Eine Weihnachtsgeschichte von Martin Kay

© Dezember 1991


Naserümpfend stapfte die beleibte Gestalt durch das dichte Schneegestöber. Hin und wieder ließ sie ein Niesen vernehmen und brummelte sich dabei etwas in den schlohweißen, ellenlangen Bart und wischte sich die Nase mit dem Handrücken ab. Es war furchtbar kalt geworden während der letzten Tage, obwohl der Wetterbericht von einem Temperaturhoch gesprochen hatte. Es war halt kein Verlaß auf dieses Gesocks von...
Die Gestalt blieb vor einem Schaufenster stehen und starrte mit einem wehmütigen Blick auf die ausgestellten Waren. Fernseher, in Farbe, Fernbedienung, Black Triniton und der ganze Quatsch. "It is halt a Sony", knurrte der Mann und ließ einen lautstarken Nieser folgen. "Not a trick und ich bin erkältet." Er wandte sich vom Fenster ab, sah nach oben in den verschneiten Himmel hinauf und hob drohend die geballte, behandschuhte Faust.
"Der Teufel soll dich, hatschi, holen, alter Halunke!" grollte die tiefe Stimme des Mannes. "Das ganze Jahr über Regen und Hagel, Wind und Sonne...aber ausgerechnet in meiner Saison muß es schneien!"
Der Mann stoppte seinen Wortschwall abrupt, als einige Passanten an ihm vorübergingen und ihn mit großen, fragenden Augen anstarrten.
"Fröhliche Weihnachten, allerseits", grüßte er und klatschte sich dabei laut lachend auf den Oberschenkel. "Fröhliche Weihnachten!"
Ohne etwas zu erwidern, sahen die Leute zu, schnell von dem seltsamen, alten Kauz wegzukommen. Der Mann drehte sich wiederum zum Schaufenster um und betrachtete die Waren eingehender. CD-Player mit 4-fach Oversampling.
"Kein Schwein weiß, was das ist", er wandte den Kopf gen Himmel, "auch ein Werk von dir? Warum informiert man mich nicht darüber. Wie soll ich die Wünsche der Leute erfüllen, wenn ich nicht einmal den ganzen Kram kenne, den sie haben wollen?"
Videorecorder mit VPS. Waschmaschinen mit Sparprogrammen. Computer. Stereoanlagen. Telefone mit und ohne Hörer. In grün, pink und lila gesprenkelt. Als Stöckelschuh oder Mickey Mouse.
"Firlefanz!" knurrte der Bärtige. Aber die Leute wollten es haben, sie liebten es, und wenn sie es liebten, liebte Er es auch. Seufzend sah er sich nach links und rechts um. In dem dichten Schneetreiben wagte sich kaum jemand auf die Straße. Die Gelegenheit in seiner Misere. In den letzten Jahren war er immer schlechter beliefert worden. Seine Kräfte ließen nach, und auch Personalmangel an höchster Stelle war dafür verantwortlich, nach immer ungewöhnlicheren Methoden vorzugehen.
Es war spät. Die Geschäfte hatten bereits geschlossen. So auch dieser Laden hier. Entschlossen öffnete der Mann seinen dicken, roten Mantel und klaubte einen Ziegelstein hervor, den er kurzerhand gegen die Fensterscheibe warf.
"Allmächtiger!" stieß er überrascht hervor, als der Stein durch das Glas schnitt und die Scheibe in tausend kleiner Scherben zersprang. Augenblicklich heulte eine schrille Alarmanlage auf, und der Mann fuhr erschrocken zusammen.
"Au Backe, das fängt gut an!" Er raffte seine Hosen und kletterte über die zersplitterte Scheibe ins Innere des Ladens. Hier und da mußte er einen Piekser einstecken, und als er endlich über die Schaufensterdekoration hinweg war, betrachtete er seine blutenden Hände und brummelte: "Nicht einmal das bleibt mir erspart."
Erneut griff er unter seinen roten Mantel und zog einen großen, braunen Sack hervor. Sein Blick schweifte durch den Laden, dann faltete er den Sack auseinander und begann damit, die ausgestellten Sachen einzupacken. Stehlampen, Computer, Fernseher, Nähmaschinen, Werkzeugkasten, Mäntel, Schmuck...ihm fiel der gellende Alarm ein. Und er hörte auch die sich nähernde auf- und abschwellende Sirene einer Polizeistreife.
"Oh, oh!"
Die Waschmaschine!
Irgendwo hatte er doch diesen verdammten Zettel hingesteckt. Wer wollte die Waschmaschine? Wer?
Die Sirene kam näher. Sie mochte kaum mehr als zwei Häuserblocks entfernt sein. Zu wenig Zeit!
Schnaufend hetzte der Mann zu der Waschmaschine hinüber, warf einen kurzen Blick in den Sack und stellte fluchend fest, daß sie nicht mehr hineinpassen konnte. Und er mußte sich beeilen!
"Und nun?" Er kratzte sich am Hinterkopf, wobei seine rote Pudelmütze ein wenig verrutschte. Dann atmete er tief durch und pfiff scharf durch die Zähne. Er schnürte den Sack am Hals zu und warf ihn sich schwerfällig über den Rücken.
"Au, mein Kreuz!" stöhnte er auf. "Ich bin wirklich zu alt für diesen ganzen Mist." Er taumelte zum Schaufenster, hatte jedoch zuviel Tempo drauf und stürzte mit dem Sack voran über das Auslagenregal auf den schneebedeckten Gehweg vor dem Laden. Ächzend rollte der Mann durch das kalte Weiß, und zu allem Unglück ging die Verschnürung des Sacks auf und ein Großteil der eingesteckten Sachen purzelte auf die Straße - unrettbar im Schnee verloren.
"He, Weihnachtsmann!" rief eine Stimme von der anderen Straßenseite. Der Mann schaute auf, konnte aber niemanden erkennen. Er machte sich nicht die Mühe, genauer nachzusehen, denn er hatte genug damit zu tun, bei seinem Gewicht wieder auf die Beine zu kommen. Schließlich schaffte er es, band provisorisch den Sack zusammen und schleifte ihn hinter sich her.
"Wo bleibt er nur?" Erneut pfiff er durch die Zähne und stapfte in der Kälte von einem Bein auf das andere. Das Heulen der Sirene war bereits bedrohlich nahe gekommen, zu nahe, als daß er länger warten konnte. Er nahm alle Kraft zusammen, zerrte den prall gefüllten Rucksack hinter sich her und verschwand in einer Nebengasse. Sein Atem ging stoßweise, und er stolperte mehrmals über seine eigenen klobigen Stiefel, deren Schnürsenkel lose zu beiden Seiten herabhingen. Er nahm eine weitere Abzweigung und gewahrte hinter sich Schritte, doch er verschwendete keine Zeit darauf, stehenzubleiben und nachzuschauen, wer ihm folgte. So mühte er sich weiter mit dem schweren Sack ab und gelangte irgendwann in einen Hinterhof, der in eine Sackgasse mündete. Erschöpft ließ der Mann den Sack los und knickte in den Knien ein. Heftig schnaufend blieb er im weißen Schnee hocken und hielt sich mit einer Hand die schmerzende Seite.
Irgendwo in seinem Bart bildeten feine Eiskristalle bereits kleine Eiszapfen, und jedes Mal, wenn er die Nase hochzog, schmerzte die bitterkalte Luft in seinen Lungen. Er hörte leises Glockengeklimper, ein Prusten, dann Schritte. Müde wandte er sich um und erblickte den einst so prunkvollen, nun eher schäbig wirkenden Schlitten, vor den ein einzelnes Rentier gespannt war.
"Ach, Rudolph, wo bist du nur, wenn man dich braucht?" seufzte der alte Mann mit leicht verärgertem Unterton in der Stimme.
Das Rentier bleckte die Zähne und sah den Mann aus seinen treuen Augen vorwurfsvoll an. "Komm schon, alter Knabe", meinte es, "die Zeit ist an mir genauso wenig spurlos vorübergegangen, wie an dir."
"Ja, ja, ist schon gut, Rudolph!" wehrte der Mann ab. "Aber es war verdammt knapp heute. Außerdem glaube ich, daß mich jemand gesehen hat."
Das Rentier ging auf den Mann zu und zog dabei gemächlich den Schlitten hinter sich her. "Ehrlich, Nick?"
Der Mann zog die Brauen hoch und rang sich ein Lächeln ab. "Nick? Hm, schon lang nicht mehr gehört."
"Dann wird es Zeit." Nervös blickte das Ren sich um und schnupperte mit seinen Nüstern in der Luft. "Hör mal, ich glaube, dir ist wirklich jemand gefolgt. Wir sollten uns beeilen."
"Schnickschnack!" grunzte der Alte.
"O doch, Nick!" beharrte Rudolph, das Ren. "Wenn dich jemand so sieht, gibt es einen Skandal, den Er bestimmt nicht gutheißen würde."
"Tatsächlich?" murrte Nick ironisch. Dann zuckte er die Achseln, stemmte sich in die Höhe, packte den Sack und warf ihn auf den Sitz des Schlittens. Er wollte gerade selbst das Gefährt besteigen, als er eine ihm wohl bekannte Stimme hörte.
"He, Weihnachtsmann!"
Nick und Rudolph fuhren gleichermaßen herum und staunten nicht schlecht, als sie ein Kind vor sich sahen. Es war ein Mädchen mit roten Locken, himmelblauen, glänzenden Augen und unzähligen Sommersprossen auf der Nase. Bekleidet war es mit schlichten Jeans, Sportschuhen und einem dicken Anorak - recht abgewetzten Sachen.
Als sie das Mädchen erblickten, zuckte Rudolph zusammen, und Nick mußte mehrmals blinzeln und sich die Augen reiben, ehe er die Gestalt erkannte. "Iss'es wahr?"
"Sie ist es nicht!" meinte Rudolph schlicht.
Überrascht sah Nick das Rentier an. "Komm schon, Rudi, alter Hase. Sie ist es."
Das Tier schüttelte energisch den Kopf. "Schau dir ihren Kopf an. Siehst du das Licht?"
Nick seufzte und betrachtete das Mädchen eingehender. Sein Rentier hatte recht, sie war es nicht. Ermattet und enttäuscht ließ er sich auf den Sitz des Schlittens nieder, und das Mädchen trat näher an die beiden seltsamen Gesellen heran. Es fuhr mit einer Hand über den Schlitten, tätschelte dann leicht die Flanke Rudolphs und blieb genau neben dem Alten stehen.
"Du...bist doch der Weihnachtsmann, nicht wahr?" fragte es.
Nick faltete die Hände ineinander und begann, die Daumen umeinander kreisen zu lassen. "Das läßt sich wohl nicht mehr leugnen."
Rudolph holte Luft. "Schau mal, Kleines. Wir haben zu tun und..."
"Nein, nein, laß sie", sagte der Alte. "Sie weiß es eh."
Er sah dem Mädchen genau in die Augen und bot ihm eine Hand an, die es wortlos ergriff und schüttelte.
"Gestatten", meinte der Mann, "ich bin der Weih...na schön, ich bin Nikolaus Weihnachtsmann und das ist Rudi, äh, Rudolph, mein treuer Weggefährte."
"Wirklich der Weihnachtsmann?" hakte das Mädchen nach.
"Der einzig wahre", versprach Nick und hob seine rechte Hand. "Das schwöre ich bei...na, wem auch immer. Und du, wer bist du?"
"Sabine."
"Gut, Sabine. Was macht ein Mädchen wie du um diese Zeit allein auf der Straße?"
"Keine Sprüche, guter Mann, ich bin viel älter, als ich aussehe!" gab Sabine frech zurück. "Ich bin dir übrigens gefolgt, wenn du verstehst, was ich damit sagen will."
Das Rentier stapfte im Schnee auf und kommentierte: "Wir sind erledigt!"
Sabine fuhr erschrocken zusammen. "D-d-d-d-u k-kannst reden? Aber...aber..."
Nikolaus Weihnachtsmann lachte lauthals auf und klatschte sich vergnügt mit beiden Händen auf die Oberschenkel. "Der einzig wahre Weihnachtsmann, du erinnerst dich!"
Sabine schluckte. "Ich glaub's einfach nicht."
"Glaub's ruhig", sagte Rudolph.
"Das...kann ich keinem erzählen", murmelte das Mädchen.
"Besser ist das", pflichtete der Weihnachtsmann ihr bei. "Wir haben sowieso schon genug, hatschi, Unangenehmlichkeiten. Dieser blöde Schnuppen geht mir langsam auf den Zwirn. Ich werde mal ein ernsthaftes Wort mit dem Chef wechseln müssen."
Sabine atmete tief durch und hielt sich am Schlitten fest. Sie sah die beiden eine Weile schweigsam an, überwand jedoch ihre anfängliche Überraschung schneller, als sie es sich selbst zugetraut hätte. "Okay, okay, Moment mal, ja? Wenn du wirklich der Heilige Nikolaus oder der Weihnachtsmann..."
"Nikolaus ist sein Vorname", korrigierte Rudolph.
"...oder ähnliches bist, und dieses Tier da...vergeßt es. Was zum Geier hast du dann in dem Elektroladen gemacht? Das Zeug", sie deutete auf den Sack mit den ganzen Waren, "etwa gestohlen?" Nick sah zum Himmel hinauf und pfiff verstohlen durch die Zähne. Es war die Melodie von Morgen kommt der Weihnachtsmann, jedoch so schräg, daß es sich eher wie Kommet ihr Hirten anhörte. Er räusperte sich, traute sich aber nicht, dem Mädchen in die Augen zu schauen. "Ich...weißt du, es sieht im Moment ziemlich...mies aus...da oben. Ich bin nicht mehr der alte. Rudi würde man nicht mal mehr ausstopfen wollen. Es begann damit, daß das Christkind ausgerissen ist - vor etwa drei Jahren. Es gab eine Menge Kündigungen wegen der miserablen Arbeitsbedingungen, und jetzt herrscht ein höllischer Personalmangel."
"Ich...verstehe nicht ganz", gestand Sabine.
"Nun ja, wir haben versucht, mit dem Boß zu reden, aber er hat alle Hände voll zu tun. Er hat sich noch nie so richtig um Weihnachten gekümmert, tja, wenn es nach ihm ginge, würde er es wohl ganz abschaffen."
Sabine kratzte sich am Kopf und prustete. "Weihnachten abschaffen? Aber warum denn?"
Nick machte eine vielsagende Handbewegung und lehnte sich im Schlitten zurück. "Kosten, Mädchen. Die Sparmaßnahmen gehen an keinem vorüber. Es ist gar nicht so einfach, die Natur auf Vordermann zu bringen, wenn die Menschen sie Stück für Stück zerlegen. Und erst mal der Rest des Universums. Ha, du solltest einmal sehen, wie es da aussieht. Das ist ehrlich gesagt ein Punkt, an dem Junior überhaupt kein Interesse zeigt. Naja, nicht zu verdenken, er hat ja auch hier gelebt und nirgendwo anders."
Das Mädchen strich sich durch die Haare. Ihr Blick pendelte zwischen den beiden merkwürdigen Gestalten hin und her, und sie fand, daß sie wirklich bemitleidenswert aussahen. Der Weihnachtsmann erzählte weiter, sprudelte förmlich wie ein Wasserfall drauflos, als hätte er nur auf jemanden wie sie gewartet, um ihr all sein Leid zu berichten. So erfuhr sie, daß Nikolaus sämtliche Geschenke der eingereichten Wunschlisten selbst besorgen mußte, seitdem das Christkind getürmt war. Aus der Chefetage hatte er keine Unterstützung zu erwarten, so daß ihm keine andere Wahl blieb, als Läden zu plündern, um an die Geschenke für die Menschen zu kommen, ganz zu schweigen von den vielen Dingen, die er für Petrus und die Engelsschar auftreiben mußte. Er beklagte, daß er wegen der Sparmaßnahmen in diesem Jahr nicht einmal die Kufen seines Schlittens einwachsen konnte. Deshalb war Rudi auch so lahm und unpünktlich.
"Kein Wunder, wenn man mich bald schnappen sollte", endete Nick. "Es ist ein Kreuz. Und ich hab auch keine Lust mehr. Weißt du, vorhin habe ich wirklich geglaubt, du wärst das Christkind. Eine bestechende Ähnlichkeit. Ach, wenn es nur zurückkehren würde, dann wird sich alles zum Guten wenden. Es hatte schon immer eine Menge Einfluß beim Chef gehabt. Er würde sich bestimmt von ihm beschwatzen lassen...wenn es nur zurückkehrt."
"Warum sucht ihr es nicht?" warf Sabine ein.
"Personalmangel, du erinnerst dich?" antwortete Rudolph an Nicks Stelle. "Hey, komm, alter Kauz. Wir müssen endlich fort, sonst bekommen wir wieder mächtigen Ärger mit den Cherubim. Du weißt, sie lassen nach Mitternacht niemanden mehr ein."
Der Weihnachtsmann nickte. Er setzte sich aufrecht in den Sitz des Schlittens, warf sich eine warme Decke über die Beine und zog den Schal um seinen Hals fester zu. Wortlos ergriff er die Zügel, und auch das Rentier hob nun seinen Kopf und atmete hörbar heftiger, als wenn es sich auf eine größere Anstrengung vorbereitete. Nikolaus wandte seinen Kopf dem Mädchen zu und lächelte freundlich. Dann griff er in seine Manteltasche und zog eine einzelne Haselnuß hervor. "Hier habe ich ein kleines Geschenk für dich. Etwas, das ich nicht...aus einem Laden geholt habe. Ich danke dir, daß du mir dein Ohr geliehen hast."
Sabine nahm die Nuß an sich und ließ sie in ihrem Anorak verschwinden. "Kann ich irgend etwas tun?" fragte sie aufrichtig.
Nick runzelte die Stirn. "Vielleicht. Bete, daß sich das Christkind besinnt und wieder in den Himmel zurückkehrt."
Er straffte die Zügel und bedeutete dem Mädchen, einige Schritte zurückzutreten. Dann brummelte er sich etwas in den Bart, das sich anhörte wie: "Vielleicht hätte man einfach sein Gehalt ein bißchen erhöhen sollen. Ha, wirklich eine miese Bezahlung für den anstrengenden Job. Ich möchte mal erleben, daß Er den ganzen Kram ein einziges Mal, nur ein einziges Jahr selber erledigt. Er wird schon sehen, unter welchen Bedingungen wir arbeiten müssen. Ach, Papperlapapp, ich rede zuviel."
Die Zügel peitschen auf. Rudolph machte einen Satz nach vorn, sprang durch die Luft und zog den Schlitten hinter sich her. Es schien, als galoppiere er auf einem silbernen Schweif in den Himmel hinauf. "Fröhliche Weihnachten, Menschenkind. Ho, Ho, Ho!"
Immer höher stieg Rudolph mit dem Schlitten, und bald waren sie im Schneegestöber verschwunden. Sabine blieb noch eine Weile dort im Schnee stehen. Sie dachte über die Worte des Weihnachtsmannes nach und nagte dabei an ihrer Unterlippe. Als sie in die Tasche ihres Anoraks griff, lag die Haselnuß in ihrer Hand.
"Armer Weihnachtsmann", flüsterte sie mit einer einzelnen Träne im Auge. "Vielleicht sollte ich wirklich zurückkehren..." Und als sie sich zum Gehen wandte, glomm für einen winzigen Moment ein feiner, bläulicher Schimmer über ihrem Kopf auf...

E N D E